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Die Windkraft macht schlapp

Der Windkraft geht die Puste aus. Sie ist die tragende Säule der Energiewende und stellte bislang immer neue Rekorde auf, schwächelt aber zunehmend. Der Ausbau geht längst nicht mehr so zügig voran wie noch in den vergangenen Jahren. Und auch der Blick nach vorne verheißt nichts Gutes. Dabei könnten politische Weichenstellungen für frischen Wind und neuen Mut sorgen.

Ausbau der Windenergie verlangsamt sich

Dafür, dass immer mehr grüner Strom produziert wird, ist in erster Linie die Windkraft verantwortlich. Sie stemmt den Großteil des Wandels, hat inzwischen aber mit den Rahmenbedingungen zu kämpfen. Aus Sicht des Bundesverbandes Windenergie mit Sitz in Berlin sind die besten Jahre schon bald wieder vorbei.

Wurden 2017 noch 1792 neue Windräder an Land errichtet, die 5,3 Gigawatt leisten, stehen für dieses Jahr nur Anlagen mit einer Leistung von 3,5 Gigawatt in den Büchern. Wolfram Axthelm, Geschäftsführer des Bundesverbandes Windenergie befürchtet: „Im kommenden Jahr werden noch weniger neue Anlagen gebaut. Die Pipeline ist weitgehend leer.“

Weniger Offshore-Windräder

Ähnlich verhält es sich mit der Offshore-Windkraft. Auch auf See kämpft man gegen den Rückschritt. Voriges Jahr wurden 222 Windkraftwerke mit einer Leistung von 1,25 Gigawatt ans Netz genommen. Derzeit sind zwei Windparks mit 780 Megawatt im Bau und fünf Projekte mit 1,5 Gigawatt geplant. Dank der gesetzlichen Vorgaben ließe sich auch gar nicht mehr realisieren.

Warum es zur Flaute bei der Windkraft kommt, obwohl die Kosten für Windstrom immer geringer ausfallen und man fast schon ohne Subventionen auskommt, ist nur schwer nachzuvollziehen. „Durch den starken Preisverfall bei den Anlagen sind die Stromerzeugungskosten aus Wind auf teilweise unter 3,0 Cent je Kilowattstunde gefallen“, so Windkraft-Experte Klaus Overmöhle.

Rückschritt durch politische Vorgaben

Als Ursache für diese Entwicklung sehen er und die Verbände die politischen Vorgaben. Konkret sind das die Ausschreibungsverfahren, die Bürgerwindparks privilegieren, und Ausbaudeckel für die Windkraft auf See. Denn es wäre weit mehr Windkraft möglich. „Wir wollen bis 2025 zumindest zwei Gigawatt an Offshore-Windleistung zusätzlich bauen, weil dafür auch die nötigen Netzkapazitäten bereitstehen“, erklärt Sebastian Boie von der Stiftung Offshore-Windkraft.

Diese Forderung ist nicht neu und wird auch von den norddeutschen Bundesländern unterstützt. Getan hat sich auf politischer Ebene indes nichts. Stattdessen musste sich die Bundesregierung eingestehen, die Klimaziele für 2020 nicht erreichen zu können. Es ist also Zeit, dass etwas passiert.

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