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Elektromobilität benötigt strategische Klarheit

Die Autoindustrie richtet ihre Weichen für die Zukunft neu aus und setzt den Fokus vor allem auf das Thema Elektromobilität. Damit das funktionieren kann, ist jedoch weit mehr nötig, als neue Modelle. Es bedarf auch einer entsprechenden Infrastruktur, damit E-Autos an Attraktivität gewinnen. Ob das Milliarden-Programm von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) der richtige Weg ist, darüber lässt sich streiten.

Klimaziele im Verkehr

Auslöser für den Vorschlag, eine Milliarde Euro in die Förderung privater und gewerblicher Ladepunkte für Elektroautos zu investieren, sind die Klimaziele im Verkehr. Um sie zu erreichen, soll der Bau von Ladestationen gefördert werden. Der Staat übernimmt 50 Prozent der Kosten. Das Geld dafür soll bereits 2020 zur Verfügung stehen. Dabei erhofft sich Andreas Scheuer als weiteren Effekt einen höheren Anteil der E-Mobilität.

„Wir wollen für die Bürger Ladepunkte und deren Einbau in der eigenen Garage zur Hälfte fördern. Dafür brauchen wir sofort eine Milliarde Euro. Das muss sich im Bundeshaushalt abbilden“, so der Bundesverkehrsminister. Aktuell werden Elektroautos, so die Erfahrung, vor allem zu Hause oder – sofern möglich und gestattet – am Arbeitsplatz geladen. Das Problem: Es gibt derzeit noch keine flächendeckende Infrastruktur. Nach Informationen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft standen 2018 etwa 16.100 Ladepunkte zur Verfügung, davon nur zwölf Prozent Schnelllader. Das Wirtschaftsministerium spricht indes von 8.000 Stationen.

Kritik vom Bundesverband e-Mobilität

Der Bundesverband e-Mobilität kann den Vorstoß von Andreas Scheuer nur bedingt nachvollziehen. In einer Pressemitteilung schreibt der Verband: „Der Vorschlag wirkt grotesk vor dem Hintergrund, dass es gar keine rechtliche Klarheit für den Einbau von Ladeinfrastruktur im Miet- und Wohnungseigentumsrecht gibt“. Inzwischen werde seit vier Jahren dazu beraten, ohne auch nur einen Schritt voranzukommen.

„Jetzt soll plötzlich der Steuerzahler einspringen und sich den Verkehrswandel womöglich selbst organisieren; das ist deutlich zu kurz gedacht“, so Verbandspräsident Kurt Sigl. Die Industrie benötige strategische Klarheit über den Kurs der Regierung. Denn mit der Verkehrswende gingen Investitionen und Risiken einher. „Umso mehr braucht es einen gemeinsamen Masterplan.“

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