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Biomasse: vom Gras zum Pellet

Feuchte Biomasse zu verbrennen und energetisch optimal zu nutzen, war bislang kaum möglich. Mit einem Wasseranteil von bis zu 80 Prozent landete das Material hauptsächlich in Biogasanlagen. Die florafuel AG hat nun einen Weg gefunden, aus Rasenschnitt und Laub Pellets und Briketts herzustellen. Das Verfahren verspricht 15 Prozent mehr Effizienz, benötigt kaum Platz und ist darüber hinaus nahezu geruchsfrei.

100 Millionen Tonnen Rasen und Co.

Die Idee, Rasenschnitt und andere „Abfälle“ aus der Landschaftspflege energetisch zu verwerten, hatte der Vorstandsvorsitzende der florafuel AG, Hans Werner, bereits 2003. Seither hat er an dem Verfahren gearbeitet, für das inzwischen weltweit Patente angemeldet sind. Das Interesse ist riesig. „Uns erreichen Anfragen aus aller Welt“, so der Tüftler. Neben Holland und Skandinavien könnte die Technik künftig auch in Kanada und Indien zum Einsatz kommen.

An Material, mit dem die Anlagen gefüttert werden, dürfte es nicht mangeln. Alleine in Deutschland fallen laut Umweltrat jährlich rund 100 Millionen Tonnen Rasen, Laub, sonstiges Landschaftspflege-Material und Biomasse-Reststoffe an. Würden davon nur zehn Prozent verwertet, heißt es auf der florafuel-Internetseite, entspräche dies rund 750 Millionen Litern Heizöl.

Waschen, Schneiden, Trocknen

Damit aus feuchter Biomasse ein Brennstoff wird, muss sie aufbereitet werden. Je nach Typ durchläuft das Material dabei verschiedene Arbeitsschritte. Die Anlagen nehmen das Material an und sichten es vollautomatisch. Danach wird es gewaschen, zerkleinert, entwässert, aufgelockert, getrocknet, verdichtet, zu Pellets und Briketts gepresst und verbrannt. Das funktioniert auch mit Silage und Fermentierungsabfällen. Das dabei entstehende Presswasser wird weiter genutzt, unter anderem in Vergärungsanlagen.

Indien hat für das Verfahren schon einen konkreten Ansatzpunkt. Hier soll es dazu dienen, die ungeliebten Wasserhyazinthen in Energieträger zu verwandeln. Die Pflanzen stören sowohl den Fischfang als auch die Schifffahrt. Hinzu kommt, dass sie die perfekte Brutstätte für Moskitos darstellen und daher auch ein gesundheitliches Risiko darstellen. Demnächst werden sie kurzerhand zu Pellets verarbeitet.

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