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Die Schwachstelle der Erneuerbaren

Gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit tritt sie zutage, wird aber kaum angesprochen: die Schwachstelle der Erneuerbaren. Biomasse, Wind-, Wasser- und Sonnenkraft sind schlichtweg nicht in der Lage, ausreichend und konstant Strom zu produzieren. Während im Sommer ein Überangebot an Energie erzeugt wird, stehen viele Anlagen im Winter still. Das eigentliche Problem daran: Der grüne Strom kann noch nicht effizient genug gespeichert werden.

Kaum grüner Strom im Januar

Dass im Januar viele Ökostromanlagen mehrere Wochen ausfielen, lag an einer sogenannten Dunkelflaute – wenig Wind, dafür umso mehr Nebel. Das macht sich sowohl bei Solaranlagen als auch bei Windkraftwerken sofort bemerkbar.

Die „Welt“ nennt dazu den 24. Januar als Beispiel. Der Stromverbrauch in Deutschland kletterte an jenem Tag auf 83 Gigawatt. Davon konnte die Windkraft nicht einmal ein Gigawatt decken. Solaranlagen steuerten zu Hochzeiten gegen Mittag knapp drei Gigawatt bei. Der Rest, immerhin über 90 Prozent, musste von konventionellen Kraftwerken erzeugt und ins Netz gespeist werden – teils auch aus dem Ausland.

Es mangelt an Stromspeichern

So war es in der Zeit vom 16. bis zum 26. Januar. Strom für einen so langen Zeitraum zu speichern, daran ist aktuell gar nicht zu denken. Deshalb mahnt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Stefan Kapferer: „Der Januar hat deutlich gezeigt: Wir brauchen weiterhin flexible konventionelle Kraftwerke, um die stark schwankende Stromeinspeisung aus Wind und Fotovoltaik jederzeit ausgleichen zu können“. Die Nachfrage müsse bei jedem Wetter gedeckt und die Netze stabil gehalten werden.

Das könnte in Zukunft noch schwerer werden. Immer mehr Kraftwerke werden zur Stilllegung angemeldet, weil sie sich nicht mehr rentieren. Dadurch reduziert sich die Kraftwerkskapazität beinahe monatlich. Kein Wunder, dass der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW im Januar von einer angespannten Erzeugungssituation sprach. Die Netzbetreiber mussten häufiger in den Kraftwerksbetrieb eingreifen und die verfügbaren Reservekraftwerke hochfahren lassen. „Zusätzlich wurden Reserven aus Italien angefordert“, so TransnetBW.

Teure Kraftwerksreserven

Diese Kraftwerksreserven für die Versorgungssicherheit sind teuer. Die Anlagen werden dauerhaft zu ihren Vollkosten vergütet. Das wirkt sich, so der BDEW, auf Dauer spürbar auf die Netzentgelte und den Strompreis aus. Der Verband rät daher: „Anstatt auf diesem starren System zu beharren, sollte die Politik ein marktbasiertes System wählen, das flexibel genug ist, um die fluktuierende Stromproduktion aus Erneuerbaren jederzeit abzusichern.“

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