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Wegwerfstrom treibt Kosten in die Höhe

Energieverschwendung gehört sicher nicht zu den Zielen der Energiewende. Doch wenn Strom gar nicht erst genutzt wird, weil die Netzbetreiber ihn abregeln müssen, trifft der Begriff „Wegwerfstrom“ durchaus zu. Besonders gravierend ist dieses Problem in Schleswig-Holstein. Zu spüren bekommen das die Verbraucher: Sie zahlen, weil die Entschädigungsleistungen für die Ökostromproduzenten Jahr für Jahr weiter in die Höhe schnellen.

Strom für 484.000 Haushalte bleibt ungenutzt

Eine Kleine Anfrage der Piratenpartei brachte es ans Licht. Die Höhe der Entschädigungszahlungen hat sich laut Auskunft des Energiewendeministeriums seit 2012 verzehnfacht. Die Bürger erhalten die Quittung über die Netzentgelte. In Schleswig-Holstein schlug der nicht genutzte grüne Strom vor vier Jahren mit 25 Millionen Euro zu Buche. Für das Jahr 2015 beträgt der Wert für die ersten drei Quartale bereits 173 Millionen Euro.

Die Kosten entstehen, weil Strom produziert, aber nicht in die Netze gespeist wird oder vielmehr nicht eingespeist werden kann. Die Stromnetze sind mit den Mengen an Ökostrom schlichtweg überfordert. So wurden 2013 bereits 2,2 Prozent abgeregelt. 2014 waren es 8,1 Prozent. Und mit dem Strom, der 2015 gewissermaßen auf der Halde landete, hätten problemlos 484.000 Haushalte versorgt werden können.

Der Netzausbau muss beschleunigt werden

Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) ist daher nicht gut auf den Bund zu sprechen. „In Schleswig-Holstein sind wir seit vier Jahr gut davor [gemeint ist der Netzausbau] und kommen schneller voran als der Rest der Republik – aber vor allem der Bund hängt“, so Habeck. Er fordert eine höhere Priorität für den Ausbau der Netze und mehr Optionen, den Strom zu nutzen, statt ihn einfach wegzuwerfen.

Denkbar wäre unter anderem, den Strom in das Fernwärmenetz zu bringen, damit Wasserstoff zu produzieren oder ins Erdgasnetz zu gehen. Das sind Vorschläge des Bundesverbandes Windenergie in Schleswig-Holstein. Die Produzenten seien eher daran interessiert, den Strom zu nutzen, statt die Räder abzustellen. Denn auf die Entschädigungen warte man mitunter Jahre. Ändern wird sich daran vorerst wohl wenig. Denn, mein Robert Habeck: Die Vorschläge für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bleiben weit hinter dem zurück, was sinnvoll wäre.

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