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Ökostrom: Wunsch und Wirklichkeit

Obwohl immer mehr grüner Strom produziert wird, setzen nur wenige Haushalte gezielt auf Ökostromtarife. Das ergab eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Münchener BayWa-Konzerns. Demnach beziehen lediglich 22 Prozent der Bundesbürger Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Die überwiegende Mehrheit (78 Prozent) wird nach wie vor aus konventionellen Quellen beliefert.

Die Zahlen lassen sich nur schwer deuten. Denn sie widersprechen dem, was sich die Deutschen eigentlich wünschen. Müssten sich Verbraucher für eine Energiequelle entscheiden, würden 77 Prozent auf Erneuerbare setzen. Atomstrom käme nur bei fünf Prozent in die Leitung, Kohlestrom bei drei Prozent der Umfrageteilnehmer und Strom aus Erdgas bei neun Prozent. Warum aber lediglich ein Viertel der Haushalte tatsächlich Ökostrom kauft, lässt sich nur vermuten.

Die Studienautoren sehen die Ursache im Wissensdefizit der Deutschen. 60 Prozent können nicht sagen, woher ihr Strom stammt. Die meisten (48 Prozent) gingen zudem davon aus, „dass sie durch die Wahl ihres Stromtarifs bereits einen Beitrag zur Energiewende leisten, indem sie darauf achten, aus welchen Quellen ihr Strom stammt“. Hinzu dürfte sich der Kostenaspekt gesellen. Denn der Strompreis ist mit einem Anteil von 98 Prozent nach wie vor das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Wahl des Anbieters und des Tarifs. Nachhaltigkeit und Herkunft stehen mit 71 bzw. 55 Prozent weiter hinten auf der Liste.

Dass erneuerbare Energien gezielt in den Fokus der Verbraucher rücken, braucht also noch Zeit. Das bestätigt auch die Studie „Stromkunden und -anbieter 2015“ von Statista. Die Aussage „bei der Wahl meines Stromanbieters achte ich darauf, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Strom-Mix möglichst groß ist“, beantworteten die Teilnehmer bei einer Skala von 1 bis 5 im Schnitt mit einer 3,3. 1 steht für „trifft überhaupt nicht zu“ und 5 für „triff voll und ganz zu“. Dabei zeigten sich regional große Unterschiede. In Oberbayern und Hamburg ergaben sich die höchsten Werte, in ostdeutschen Regionen war die Zustimmung eher unterdurchschnittlich.

Das ändert indes wenig daran, dass die Mehrheit der Deutschen die Energiewende für sinnvoll hält. In Baden-Württemberg ergab sich diesbezüglich eine Quote von 85 Prozent, am unteren Ende der Skala steht Mecklenburg-Vorpommern mit 58 Prozent. Bei den beliebtesten Energiequellen liegt übrigens die Sonnenenergie ganz weit vorne mit 37 Prozent, gefolgt von der Windenergie mit 26 Prozent und der Wasserkraft mit elf Prozent.

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