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Energie aus Entengrütze

Eines der spannendsten Themen im Bereich der erneuerbaren Energien ist – zumindest aus wissenschaftlicher Sicht – die Biomasse. Hier gibt es noch viel unerforschtes Terrain, ob nun bei der Produktion von Strom, Wärme oder alternativen Kraftstoffen. Dabei bewegt sich der Fokus aktuell ein wenig weg von Feld und Wald Richtung Wasser. Denn dort gedeihen Pflanzen, die landläufig als Unkraut gelten und damit keine Diskussion über die Verschwendung von Ackerflächen auslösen. Gleichwohl bietet das Grün aus dem Teich ein enormes Potenzial.

Dazu zählt auch die sogenannte Entengrütze, wissenschaftlich korrekt: Wasserlinsen. Das, was grünlich schimmernd auf der Wasseroberfläche und Teichbesitzer in den Wahnsinn treibt, wächst enorm schnell. Deshalb war Klaus Appenroth, Biologe an der Universität Jena, auch mehrere Wochen in Indien unterwegs, auf der Suche nach einer ganz besonderen Wasserlinse. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte der Experte: „Aus einem Gramm können unter idealen Bedingungen in nur 20 Tagen sechs Tonnen Biomasse werden.“ Nur leider finde sich diese Art in keiner Stammsammlung mehr.

Doch auch Wasserlinsen, die sich nicht ganz so rasant vermehren, liefern pro Jahr und Hektar fünfmal mehr Biomasse als Mais. „Und sie blockieren keine Anbauflächen für Nahrungsmittel“, so Klaus Appenroth. Interessant sind die Wasserpflanzen vor allem mit Blick auf die Bioethanol-Produktion. Denn sie enthalten Stärke, die für die Alkoholproduktion unentbehrlich ist. Um den Gehalt zu steigern, kommen die Linsen nach der „Ernte“ kurzerhand in Becken mit nährstoffarmem Wasser und bilden dort weitere Stärke aus.

Der Vorteil der Entengrütze: Sie lässt sich sehr leicht ernten. Als Nachteil, zumindest in den hiesigen Gefilden, erweist sich der Umstand, dass Wasserlinsen nur bei Temperaturen oberhalb von zehn Grad wachsen. Dafür sind sie äußerst vielseitig und könnten auch zu Biogas verarbeitet werden. Derzeit wird noch getestet und dabei auch verglichen, ob die Linsen oder doch eher Mikroalgen das bessere Rohmaterial darstellen. Die Algen müssen aufwendig aus dem Wasser gefiltert werden, wachsen dafür aber schneller.

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