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Das EU-Ziel für Erneuerbare rückt in weite Ferne

18 Prozent: So hoch soll laut EU-Richtlinie der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch im Jahr 2020 sein. In diesen Wert fließt allerdings nicht nur der Stromsektor ein. Es zählen auch die Bereiche Verkehr und Wärme. Und genau deshalb könnte die Bundesrepublik an der Quote scheitern. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) geht davon aus, dass Deutschland 2020 bei einem Anteil von nur 16 Prozent liegen wird.

Nur 16 Prozent grüne Energie

Damit hat der BEE seine bisherige Prognose von 16,7 Prozent noch einmal deutlich nach unten korrigiert. Die Gründe dafür sind am Wärmemarkt und beim Verkehr zu suchen. Hier sei der Energieverbrauch in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Dadurch rücke das Ziel von 18 Prozent in weite Ferne. Die Forderung von BEE-Geschäftsführer Peter Röttgen ist daher klar: „Die nächste Bundesregierung muss die Regelung der Energiewirtschaft grundlegend modernisieren.“

Würde man nur auf den Anteil von Strom aus regenerativen Energiequellen schauen, wäre alles im Lot. Die Quote liegt bei 31,7 Prozent und könnte in den kommenden Jahren sogar einen Wert von 40 Prozent erreichen. Deutlich schwächer – und das nicht erst seit heute – ist der Bereich Wärme unterwegs. Hier stagniert man bei 13 Prozent. Im Verkehrssektor bewegt man sich bei fünf Prozent und hofft auf eine Steigerung auf 6,1 Zähler.

Fünf Staaten verfehlen die Quote

Von den 28 EU-Mitgliedsstaaten sind derzeit fünf auf der Liste derer, die das für sie gesetzt Energieziel aller Voraussicht nach nicht erreichen werden. Das sind Irland, Großbritannien, Luxemburg, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland. Dafür findet Michael Schäfer vom WWF klare Worte: „Das Land der Energiewende ist damit seinen Namen derzeit nicht wert.“ Er hofft, dass nach der Wahl ein Sofortprogramm Klimaschutz 2020 aufgelegt wird.

Auch beim BUND zeigt man sich wenig überrascht davon, dass EU-Ziele nicht eingehalten werden. „Das Verfehlen von Umwelt- und Klimazielen scheint zum Markenzeichen der jetzigen Bundesregierung zu werden“, so Klimaexpertin Tina Löffelsend. Für die neue Regierung heißt das: Die erste große Baustelle ist schon vorhanden.

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