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Ein Biomasse-Konzept für Afrika

Biomasse als Energieträger hat den Ruf, landwirtschaftliche Flächen zu vereinnahmen, die sonst für die Lebensmittelproduktion genutzt würden. Dieses Spannungsfeld besteht nicht nur hierzulande, sondern auch in Afrika. Wissenschaftler arbeiten daher an einem Konzept, bei dem die Lebensmittelsicherheit Hand in Hand mit einer alternativen Biomasse-Nutzung geht.

Effizientere Biomasse-Nutzung

Der Focus: Biomasse effizienter zu nutzen und dabei alle Facetten zu berücksichtigen. Das fängt beim Anbau der Lebensmittel an, reicht über die Verarbeitung und endet bei der Energiegewinnung aus Rest- und Abfallstoffen. Dr. Manfred Denich, Direktor des Projekts Biomasseweb am Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (ZEF), erklärt: „Gerade Afrika südlich der Sahara benötigt Biomasse sowohl als Nahrung als auch als Energiequelle und industriellen Rohstoff.“

Das größte Problem, vor dem der Kontinent steht: die landwirtschaftliche Fläche ist begrenzt. Hinzu kommt das rasante Bevölkerungswachstum. Die Vereinten Nationen gehen von zwei Milliarden Menschen aus, die 2050 südlich der Sahara leben werden. Damit verdoppelt sich die Zahl gegenüber 2010. „Um Lösungen für diese Probleme voranzubringen, brauchen wir einen verbesserten Austausch von Wissen und Erfahrung sowie Diskussionen mit Partnern vor Ort“, so Dr. Denich.

Die Nahrungsmittelproduktion verbessern

Zu den Zielen der deutschen und afrikanischen Wissenschaftler zählt, Methoden für eine bessere Nahrungsmittelproduktion zu entwickeln. Dabei sollen Verluste minimiert werden und innovative Verarbeitungsprozesse das Einkommen der Kleinbauern auch in Krisenzeiten sichern. Zwei Beispiele: Maniokschalen könnten zur Zucht von Pilzen genutzt und Maisabfälle zu Bio-Öl verarbeitet werden.

Ein wichtiger Schritt dorthin ist die Gründung eines afrikanischen Expertennetzwerks zum Thema Biomasse. Im Mittelpunkt steht ein interaktives Internetportal, das vom ZEF und dem Forum für Agrarforschung in Afrika (FARA) aus der Taufe gehoben wurde. Am Netzwerk beteiligen sollen sich künftig Akteure aus allen Bereichen wie der Wissenschaft, der Politik und der Praxis. Zugang haben Nutzer alle Fachbereiche. Projektleiterin Christine Schmitt ist vom Erfolg überzeugt: „Diese Plattform soll die Entwicklung neuer, fach- und sektorübergreifender Lösungsansätze anstoßen.“

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