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Immer weniger Windkraftprojekte

Ausschreibungen sollen Ökostrom auf Dauer günstiger machen. Doch sie verunsichern auch. Das zeigte sich bei der jüngsten Runde, in der 670 Megawatt (MW) Windkraft an Land ausgeschrieben waren, aber nur Gebote für 604 MW eingingen. Dafür stieg der Preis je Kilowattstunde um 0,02 Cent im Vergleich zur Ausschreibung im Mai. Diese Entwicklung lässt gleich mehrere Schlüsse zu.

Interesse an Windkraft lässt nach

Auffallend ist zunächst das geringe Interesse. Angesichts von nur 111 Geboten, die darüber hinaus die angestrebte Strommenge unterschreiten, scheint der Wettbewerb beim Bau von Windparks an Land nachzulassen. Das fällt auch der Bundesnetzagentur auf. „Die leichte Unterzeichnung einer Ausschreibung bestätigt den Trend der letzten Runden mit zurückgehenden Gebotsmengen“, so der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

Ein wenig Hoffnung keimt indes mit Blick auf die durchschnittliche Subvention, die an die Betreiber der Anlagen gezahlt wird. Im Mai 2017 stand ein Wert von 5,71 Cent je Kilowattstunde zu Buche. Jetzt waren es 5,73 Cent. „Die gestiegene Förderung dürfte Bietern verstärkt Anreize geben, an zukünftigen Ausschreibungen teilzunehmen“, rechnet Jochen Homann demnächst wieder mit mehr Geboten.

Zu viele Unsicherheiten für Projektierer

Das hält der Bundesverband Windenergie (BWE) für eher unwahrscheinlich. Hier sieht man die Gründe für das nachlassende Interesse in der Verunsicherung der Projektierer. Um das zu ändern, müssten die Unklarheiten in der Gesetzgebung beseitigt werden. Das gelte vor allem für das Thema Bundes-Immissionsschutzgesetz. Es sei nach wie vor offen, ob die entsprechende Genehmigung künftig Grundlage dafür sein wird, überhaupt an den Ausschreibungen teilnehmen zu dürfen.

Punkt zwei auf der Kritikliste des Bundesverbandes Windenergie: „Unklar ist auch, welche Volumen in den kommenden Jahren ausgeschrieben werden, um die Ziele der Bundesregierung – 65 Prozent Erneuerbare bis 2030 – zu erreichen.“ Nur mit einem klaren Rahmen könne man Spekulationen verhindern und die Ausschreibungsergebnisse dauerhaft stabilisieren. Nebenbei: Der eher zurückhaltende Markt macht sich auch bei den Windturbinenbauern bemerkbar. Deren Auftragsbücher sind nicht mehr ganz so gut gefüllt.

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