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Können Erneuerbare Energien den Ausstieg aus der Atomkraft auffangen?

Die atomare Katastrophe in Japan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu veranlasst, die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke vorerst für drei Monate auszusetzen. Alte Meiler sollen überprüft werden. Gleichsam werden die Rufe immer lauter, alle Atomkraftwerke in der Bundesrepublik sofort abzuschalten. Doch funktioniert das überhaupt?

17 Kernkraftwerke sind in Deutschland am Netz. Sie steuern 22 Prozent zur Stromversorgung bei. Die Quote scheint nicht sonderlich hoch zu sein. Doch geht es um die Grundlastversorgung, das heißt die Menge an Strom, die permanent benötigt wird, kommen die AKWs auf einen Anteil von 50 Prozent. Diese Lücke durch erneuerbare Energien zu schließen, ist aktuell noch nicht möglich. Zum einen schwankt die Leistung zu stark. Zum anderen besteht noch keine Möglichkeit, die Energie zu speichern.

Würde auf Atomkraft verzichtet, blieben von den 93,4 Megawatt, die konventionelle Kraftwerke leisten, rund 72 Gigawatt über. Angesichts einer Jahreshöchstlast von 77 Gigawatt müssten fünf Gigawatt importiert werden. Immer vorausgesetzt, die übrigen Kraftwerke laufen einwandfrei. Dieses Problem wird derzeit vor allem in Hessen diskutiert, das von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als „Atomland“ bezeichnet wird. Hier hätte die Abschaltung von Biblis A und B fatale Folgen. Die beiden Kernkraftwerke liefern rund die Hälfte des Stroms. Hessen müsste dann im großen Stil Energie importieren. Eines der schon vor Jahren formulierten Ziele, den Anteil der regenerativen Energie bis 2020 auf 20 Prozent steigen zu lassen, muss daher dringend in Angriff genommen werden – zum Beispiel mit Windkraft.

Für Baden-Württemberg liegt eine aktuelle Studie vor, wie der Ausstieg aus der Atomenergie geschafft werden kann. Die vier Kernkraftwerke könnten bis 2022 durch erneuerbare Energien ersetzt werden, sagt das Frauenhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (Freiburg). Der für die Landesregierung skizzierte Energieentwicklungspfad zeigt ganz klar, „dass ein starker Ausbau der Erneuerbaren Energien technisch möglich und wirtschaftlich durchführbar ist“. Dazu müsse das Energiekonzept allerdings „ambitionierter“ angepasst werden, mit Fokus auf die lokale Stromerzeugung und die Photovoltaik.

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