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Sinnvolle Energie-Erzeugung und Abfallentsorgung

Was würde man über einen Menschen sagen, der seinen Ofen heizen will, Brenn-Material vor der Türe liegen hat, dieses aber verschmäht und statt dessen anderes Brenn-Material von weither holt ? Man würde sicher fragen, ob der Mensch noch ganz bei Sinnen ist. – Doch so ähnlich verhält es sich bei uns mit der Energie-Erzeugung.

Bio-Abfall (Küchenabfall, Grünschnitt aus Gärten und Parkanlagen, Fäkalien, Schlachtabfall, etc.) ist überall in großen Mengen vorhanden und wird es auch in Zukunft geben, solange es Menschen auf der Erde gibt. Aber statt diesen Bio-Abfall zu nutzen und daraus Strom, Wärme und Kompost herzustellen, werden Energie-Träger aus weit entfernten Ländern und Erdteilen geholt, z.B. Kohle aus Afrika, Uran aus Afrika und Australien, Öl aus Russland, etc. Und alle von weither geholten Energieträger – unter Aussstoß von viel CO2 – sind entweder klima- oder gesundheitsschädlich.

Wie man Bio-Abfall nutzen kann, wird seit 1998 in der IMK-Anlage in Herten, Kreis Recklinghausen, demonstriert. Dort wird der Bio-Abfall des Kreises Recklinghausen (Küchenabfälle, Grünschnitt) verwertet. IMK bedeutet Integrierte Methanisierung und Kompostierung. Aus dem Bio-Abfall wird dort also in erster Linie Methan und Kompost erzeugt. Das Methan dient als Treibstoff für Verbrennungsmotoren, die Generatoren antreiben zwecks Stromerzeugung. – Ein weiteres Produkt der Anlage ist Wärme, denn die Abwärme der Motoren wird zum Heizen genutzt.

  • Wichtig ist dabei, dass der biologische Kreislauf geschlossen wird. D.h., was der Natur entnommen wurde, muss ihr wieder zurückgegeben werden, damit die Stoffe wieder in neue Organismen einge-baut werden können.
  • Es wird nur das CO2 in die Atmosphäre abgegeben, das ihr erst vor kurzem entnommen wurde. – Im Gegensatz dazu wird bei Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas CO2 freigesetzt, das vor Jahrtausenden eingelagert wurde.
  • Bio-Abfälle dürfen in Zukunft auf keinen Fall verbrannt oder deponiert werden, damit der biologische Kreislauf nicht gestört wird.

bioabfall

Besichtigungen dieser Anlage sind nach vorheriger Anmeldung und Absprache eines Termins möglich. Anfragen können an den Verfasser dieses Artikels (s.u.) gerichtet werden.

Zum Schluss noch eine wichtige Anmerkung bzgl. des Betriebs von IMK-Anlagen:
Sie sind grundlastfähig, d.h. sie können im 24-h-Betrieb laufen. Sie sind nicht auf das Scheinen der Sonne (Photovoltaik-Anlagen) oder das Blasen des Windes (Windkraft-Anlagen) angewiesen, denn Methan kann gespeichert werden, so dass auch bei Störungen in der Anlage die Strom- und Wärme-Erzeugung aufrecht erhalten werden kann. Die Grundlastfähigkeit von IMK-Anlagen prädestiniert sie dafür, Atom- und Kohle-Kraftwerke abzulösen, aber in Form vieler kleiner und mittle-rer Anlagen, denn für die Zukunft ist eine Dezentralisierung der Energie-Versorgung wichtig.

Herne, 02/ 10

verfasser

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