Energiespeicher soll Windkraft mehr Effizienz verleihen
Wind liefert zwar erneuerbare Energie, ist aber nicht sonderlich zuverlässig. Bei einer Flaute stehen die Windräder still und tendiert die Stromproduktion gegen Null. Ähnliche Probleme gibt es auch bei Sonnenenergie. Die Leistung schwankt zu sehr. Umgehen möchten die Stromversorger diese Krux mit Stromspeichern.
Evonik scheint in dieser Hinsicht schon recht weit zu sein und wird nach Informationen des Handelsblatts heute, 2. März, über den Bau einer Lithium-Ionen-Batterie informieren. Nicht irgendeine Batterie, sondern die weltweit größte, mit der sich Strom aus erneuerbaren Quellen speichern lässt.
Ziel ist eine Leistung von einem Megawatt mit der Option, sie auf zehn MW zu erweitern. Das würde Evonik die Möglichkeit bieten, tausenden Haushalten Strom zu liefern. Das ist bislang zwar auch möglich, allerdings nur mit Hilfe konventioneller Techniken. Die Schwankungen werden mit Kohle- und Gaskraftwerken aufgefangen. Das ist auch dringend nötig. Denn im Januar lieferte die Windkraft an einigen Tagen nur 500 Megawatt, obwohl Anlagen mit insgesamt 25.000 Megawatt vorhanden sind. Die Reserve, die für diese Fälle vorgehalten wird, beträgt aktuell rund 7.000 Megawatt.
RWE-Chef Jürgen Großmann fordert daher: „Um die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien besser zu nutzen, brauchen wir Stromspeicherung“. Dazu seien neue Kapazitäten und Techniken nötig, ergänzt die Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Hildegard Müller. Daran wird seitens der Stromerzeuger und Batteriehersteller schon seit mehreren Jahren gearbeitet. RWE setzt derzeit auf sogenannte Druckluftspeicher, die bei Bedarf eine Turbine antreiben. In Japan gibt es schon eine Megawatt-Batterie. Allerdings ist sie nicht effizient genug.
Das Modell von Evonik soll einen 96-prozentigen Wirkungsgrad und eine extrem niedrige Selbstentladung haben. Möglich machen es hochmolekulare Ionenleiter und Keramik, die zusätzlich den Platzbedarf gering halten. Insgesamt wird die Batterie aller Voraussicht nach zwölf Meter lang, 2,50 Meter breit und hoch sein. Das Gewicht liegt bei fünf Tonnen. Getestet wird die neue Technik im Saarland an einem konventionellen Kraftwerk. Wenn alles klappt wie geplant, „eröffnet sich für uns ein neuer Milliardenmarkt mit zweistelligen Wachstumsraten“, so das Unternehmen.
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