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Mehr Bäume für einen gesunden Wald

“Der Wald der Zukunft lebt von der Vielfalt”, sagte Forstminister Frank Kupfer heute bei einer Baumpflanzaktion im Rahmen der ersten “Europäischen Waldwoche” im Wermsdorfer Wald (Lks. Nordsachsen). Zusammen mit Schulkindern aus Wermsdorf und Forstwirtslehrlingen des Forstbezirkes Leipzig brachte der Minister 2.000 junge Stieleichen in den Boden. Mit dieser Aktion soll die Bedeutung der Wälder für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft herausgestellt und wieder stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden.

Allein in Sachsen sollen in den nächsten zwei Monaten noch rund 900.000 Laubbäume gepflanzt werden. Ziel ist es, verstärkt Baumarten anzubauen, die zukünftig dem Klimawandel trotzen, wertvolles Holz produzieren und die biologische Vielfalt sichern. Auch der massenhaften Vermehrung des Borkenkäfers kann mit einer Erhöhung des Laubholzanteils besser Einhalt geboten werden. “Schritt für Schritt soll so in Sachsen ein ökologisch stabiler und leistungsfähiger Mischwald entstehen”, erläuterte Kupfer. “Außerdem begründen wir damit nachhaltig gesunde und ertragreiche Bestände für die nächsten Generationen”, so der Minister weiter.

Der Waldumbau und die Vermehrung der Waldfläche insgesamt sind die wichtigsten Ziele der sächsischen Forstverwaltung in den nächsten Jahren. Bis Ende dieses Jahres werden die Mitarbeiter des Staatsbetriebes Sachsenforst und private Dienstleistungsunternehmen rund neun Millionen Bäume auf 1.500 Hektar Landeswald pflanzen. So wurden im Frühjahr 2008 in den Forstbezirken Eibenstock (Westerzgebirge) bereits 1,9 Millionen, in Bärenfels (Osterzgebirge) eine Millionen und in Taura (Nordwestsachsen) rund 850.000 Bäume gepflanzt. Am häufigsten wurden die Rotbuche (3,2 Mio.), die Stiel- und Traubeneiche (1,9 Mio.) und die Weißtanne (650.000) angebaut. Insgesamt investiert der Freistaat in Maßnahmen für Waldumbau und Waldschadenssanierung rund zehn Millionen Euro.

Der Wermsdorfer Wald ist ein Paradebeispiel für einen notwendigen Umbau der sächsischen Wälder. Die teilweise noch vorzufindenden Fichtenbestände gehören ursprünglich nicht in diese Region. Besonders in Trockenphasen werden sie geschwächt und sind somit anfällig gegenüber verschiedenen Schaderregern. Neben den Stieleichen werden noch weitere naturnahe Baumarten wie Winterlinden und Hainbuchen im Wermsdorfer Wald gepflanzt.

Die erste “Europäische Waldwoche” wurde im vergangenen Jahr von den europäischen Forstministern ausgerufen. Mitorganisiert wird sie von der Europäischen Kommission, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder (MCPFE) und der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE). In Sachsen findet neben der zentralen Baumpflanzaktion ein großes Waldfest in Moritzburg statt. In Verbindung mit dem Abfischen der Teiche werden am Wochenende vom 25. bis 26. Oktober 2008 über 20.000 Gäste erwartet. Quelle: PM des SMUL


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